Lottogeld fürs Fahrertraining

EHRENAMT: Lottogeld fürs Fahrtraining

 

Land und ADAC unterstützen vier Bürgerbusvereine

 

POTSDAM - Fahrer aus den vier Bürgerbusvereinen des Landes Brandenburg können kostenlos im Fahrsicherheitszentrum des Automobilklubs ADAC in Linthe trainieren.

Brandenburgs Ministerpräsident, Matthias Platzeck (SPD), unterstützt das Training für die Ehrenamtlichen. Staatskanzleichef Albrecht Gerber übergab gestern in Potsdam an Vertreter der Vereine symbolisch einen Scheck über gut 6000 Euro. Das Geld war aus Lottomitteln zur Verfügung gestellt worden. Unter den Nutzern ist auch der Bürgerbusverein „Hoher Fläming“. Er bedient zwei Strecken. Sie führen jeweils von Bad Belzig aus nach Niemegk beziehungsweise Wiesenburg.

Bei dem Training werden insgesamt 59 Frauen und Männer an Wochenenden geschult. Das Training wird auch vom ADAC Berlin-Brandenburg unterstützt.

Staatssekretär Gerber würdigte gestern den „selbstlosen Einsatz“ der Mitglieder der Bürgerbusvereine für die Mobilität in dünn besiedelten Gebieten. Sie leisteten einen wichtigen Beitrag dafür, „dass die Lebensqualität im ländlichen Raum erhalten bleibt“, so Gerber. „In ihrer Freizeit sitzen sie viele Stunden hinter dem Lenkrad, um andere Menschen schnell und bequem zum Arzt, zum Einkaufen oder zum nächsten Bahnhof zu bringen.“ In den Regionen seien die Bürgerbusse nicht mehr wegzudenken, sagte der Staatssekretär.

In Brandenburg gibt es inzwischen vier Bürgerbusvereine. Der erste wurde im Jahr 2005 in Gransee gegründet. Der Bürgerbus „Hoher Fläming“ folgte 2006, der in Brieselang 2007 und der Bürgerbus Lieberose/Oberspreewald im vorigen Jahr. Mit den Kleinbussen für jeweils acht Fahrgäste werden monatlich insgesamt mehr als 1000 Menschen befördert.

Albrecht Gerber hofft, dass diese Idee auch in weiteren Teilen Brandenburgs aufgegriffen wird. „Das Engagement der Menschen vor Ort ist gefragt, wenn es um praktikable und regional angepasste Lösungen im Umgang mit dem demografischen Wandel geht“, sagte der Chef der Staatskanzlei.

Der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), Hans-Werner Franz, erklärte: „Alle vier Bürgerbusvereine leisten eine wichtige und zuverlässige Arbeit als Mobilitätsdienstleister. Sie sorgen dafür, dass auch und gerade in den ländlichen Regionen öffentliche Mobilität angeboten werden kann.“ MAZ vom 19.11.11

 

Lob für Brieselanger Bürgerbusfahrer

Anke Fiebranz (MAZ) findet, dass den Brieselanger Bürgerbusfahrern Lob gebührt.

 

Verdient

Großer Trubel um die eigene Person ist den Brieselanger Bürgerbusfahrern eher fremd. Zuverlässig versehen sie wochentags ihren Dienst und das seit 2007.

In diesem Jahr haben sie ihre Touren sogar ausgeweitet und damit auf den Wunsch vieler Brieselanger, also ihrer Kunden, reagiert. Die wollen und können sich darauf verlassen, mit dem Bürgerbus gut und sicher durch die Gemeinde zu kommen, auch in die Ortsteile Bredow und Zeestow.

Für viele, die öfter in den roten Kleinbus steigen, ist das Angebot längst selbstverständlich geworden. Guckt man sich allerdings im Havelland oder gar in ganz Brandenburg um, ist der Bürgerbus immer noch eine Ausnahme. Alle finden das Projekt toll, aber an Nachahmern, die es selbst auf die Räder bringen, mangelt es bisher doch. Der Bürgerbus kann schwerlich verordnet oder von Verwaltungen ins Rollen gebracht werden.

In Brieselang hat sich gezeigt, dass es sehr engagierte Einwohner braucht, die dafür streiten, dass Behörden Geld für einen Bus locker machen, die einen sinnvollen Fahrplan konzipieren und die sich dann selbst in ihrer Freizeit hinters Lenkrad setzen, damit andere mobil sind. Gestern wurden die ehrenamtlichen Fahrer in der Potsdamer Staatskanzlei gewürdigt. Diesen Trubel haben sie verdient. (19.11.11)

Mit sicherer Hand über Land

DEMOGRAFIE: Mit sicherer Hand über Land

Ein Training soll Bürgerbusfahrer fit für den Verkehr machen

POTSDAM - Der Vereinschef fährt selbst. Etwa einmal im Monat setzt sich Kurt Jakob hinters Steuer des Kleinbusses und tourt durchs Havelland. „Wenn ein Fahrgast dann beim Aussteigen danke sagt, dann hat es sich für mich schon gelohnt“, sagt der 73-jährige Vorsitzende des Vereins Bürgerbus Brieselang.

Rentner, die zum Arzt müssen, Schulkinder, zu deren Dorf kein Linienbus mehr fährt, Mütter mit Kinderwagen, die zum Einkaufen wollen. Der Verein hat viele Fahrgäste, die das Angebot zu schätzen wissen. Insgesamt vier Bürgerbusse schließen in Brandenburg inzwischen die Transportlücken, die der demografische Wandel auf dem Land verursacht hat. Wo öffentlicher Personennahverkehr nicht mehr rentabel ist, fahren Freiwillige mit Kleinbussen von Ort zu Ort. Außer in Brieselang hat sich das Modell auch im Hohen Fläming, in Lieberose (Dahme-Spreewald) sowie in Gransee (Oberhavel) bewährt, wo 2005 der erste Bürgerbus Ostdeutschlands Fahrt aufnahm.

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